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Beitrag  |  28.03.2013 

Deutsche Rocklegende

Kopf der Woche: Udo Lindenberg

Udo Lindenberg, das ist Kult und das ist ein Lebensgefühl, das mit einem Satz alles sagt: "Ich mach' mein Ding!". Der Panikrocker aus dem kleinen Städtchen Gronau in Westfalen hat dieses Jahr schon seinen 65. gefeiert. Lindenbergs schnoddrige Art, alltägliche Geschichten zu erzählen, sein Wortwitz, der gekonnt bundesdeutschen Zeitgeist auf den Punkt bringt und seine flotten Sprüche, für die er einst gar das Urheberrecht beansprucht hat, sind immer noch total angesagt.  

Der Deutschrocker Udo Lindenberg 2011 / Quelle: dapd
Der Deutschrocker Udo Lindenberg 2011 (Quelle: dapd)

Seine Karriere begann als Trommler bei Klaus Doldinger. Später ging er dann mit dem Panikorchester auf Tournee. Mittlerweile hat er über 40 Alben herausgebracht. Unzählige Male landete er mit seinen Songs wie "Cello", "Rudi Ratlos", "Hinterm Horizont", "Ich lieb dich überhaupt nicht mehr", "Andrea Doria", "Reeperbahn" auf Platz eins der Charts. Und das funktioniert auch noch im 21. Jahrhundert. Für sein aktuelles Album "Stark wie zwei" bekam er sogar dreifach Gold und Doppelplatin.

der musiker udo lindenberg tritt am mittwoch (14.09.2011) in Udo Lindenberg in Berlin auf der Bühne des Theaters am Potsdamer Platz 2011 / Quelle: dpa
Udo Lindenberg (Quelle: dpa)

Auftritt in der DDR

Doch Udo rockt nicht nur die Musik, sondern auch die Politik. Mit "Sonderzug nach Pankow" forderte er den damaligen DDR Chef Erich Honecker auf, ihn doch endlich im Arbeiter- und Bauernstaat singen zu lassen. Am 23. Oktober 1983 war es dann so weit. Eine Sensation: Udo singt im Palast der Republik vor "Honi" und den Blauhemden der FDJ. Für seine Bemühungen zwischen Ost und West bekam er 1989 sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Seine vielfältigen Begabungen sind Grund genug, seinem Werk und Wirken eine umfassende Ausstellung zu widmen, die den Musiker, Texter, Komponisten, Maler, Menschen und Zeitgenossen Udo Lindenberg in den Blick nimmt. Gemälde und Likörelle, Songs und Interviewausschnitte, Texte und Fotografien - Johanna Schickentanz hat den Musiker auf Schloss Neuhardenberg getroffen, wo er anlässlich der Ausstellung "Udo. die Ausstellung" auch eine Kostprobe seiner Musik gab.

Der Deutschrocker Udo Lindenberg 2011 / Quelle: dpa
Udo Lindenberg (Quelle: dpa)

Comeback 2008

Nach seinem fulminanten Comeback im Frühjahr 2008 ging Udo Lindenberg im Oktober 2008 einen Monat lang auf große Deutschlandtournee. In Windeseile waren die Häuser ausverkauft. Das Urgestein der deutschen Rockmusik produzierte ein neues Album, das die deutschen Charts stürmte. In seinem Hamburger Zusatzkonzert wartete Lindenberg mit einer Überraschung für alle Zuschauer auf: Songpartner Helge Schneider, Jan Delay, Silbermond sowie Otto Waalkes standen gemeinsam mit ihm zum Duett auf der Bühne.

Aber Singen ist ihm nicht genug. Mitte der 90er beginnt der Panikrocker mit der Malerei. Er malt mit seiner ganz eigenen Technik, mit allem was die Cocktailbar so her gibt. 2008 durfte Udo Lindenberg seine "Likörelle" im Museum Frieder Burda in Baden-Baden an Haken hängen, die sonst Richter, Braque und Picasso auf Augenhöhe halten. Ein Treffen mit dem Künstler, der über seine Werke und seine Materialien philosophiert.

Kopf der Woche: Udo Lindenberg

20.15 Uhr
AbgeschminktUdo Lindenberg beobachtet von
Johanna Schickentanz, Reportage 2011

20.50 Uhr
Udo Lindenberg live Konzert in Hamburg 2008

21.50 Uhr
Udos LikörelleFilm von C. Armbruster u. S. Becker 2011

22.00 Uhr
Rock'n Roll statt ProtokollHinterm Horizont , Musical 2011

22.20 Uhr
SuperSpielfilm mit Udo Lindenberg, Inga Humpe, Renan Demirkan u.a., D 1983


Bei seinem Auftritt im Palast der Republik lernt Udo das junge FDJ-Mädchen Jessy kennen. Sie verlieben sich, können aber nicht zusammenkommen. Stacheldraht und Mauer verhindern diese Liebe. Mit den Hits von Udo Lindenberg, dem Humor von Thomas Brussig ("Sonnenallee" und "Helden wie wir ") und der Regie von Ulrich Waller (Leiter des St. Paulitheaters Hamburg) erzählt das Musical "Rock'n Roll statt Protokoll" von den absurden komischen Seiten der DDR, aber auch vom Schrecken eines autoritären Spitzelstaates. Eine east-west love story im geteilten Deutschland.

In einer nicht näher bezeichneten Zukunft mit perfekter staatlicher Kontrolle wird eine Tankstelle im Ruhrpott zum Sammelpunkt von Zivilisationsflüchtlingen, Randexistenzen und Geschäftemachern. Der Spielfilm "Super" von 1983 mit Udo Lindenberg in der Hauptrolle ist eine Mischung aus Politsatire, Actionthriller, Science-Fiction im Dekor des New Wave der 80er Jahre. Zwischen den Beiträgen macht der Berliner Illustrator Jakob Hinrichs einen Scherenschnitt von Udo Lindenberg.

28.03.2013

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