Gegen die Bayern von Griechenland
von Torsten Haselbauer
Dimitrios Siovas
Quelle: imago
Es gibt auch noch Fußball im krisengeschüttelten Griechenland - und bei Olympiakos Piräus ist von Krise gar keine Spur. Für den 39-fachen Meister ist die nationale Titeljagd nur Nebenschauplatz. Die "Roten", Gruppengegner von Schalke 04, wollen in der Champions League bestehen.Olympiakos zieht in der griechischen Superleague einsam seine Kreise - und daran wird sich so bald auch nichts ändern. Mit einem für griechische Fußballverhältnisse unglaublichen Etat von rund 50 Millionen Euro gilt Piräus als der FC Bayern München von Griechenland. Die Dauerrivalen der Hafenstädter, Panathineikos und AEK Athen, sind derweil kaum noch in der Lage, ihre Spieler zu bezahlen.
Achtelfinale ist Pflicht„Natürlich wollen wir jetzt in der Champions League Erfolge feiern. Das ist in dieser Gruppe sehr gut möglich“, sagte der Olympiakos-Vereinspräsident, Evangelos Marinakis, nach der Auslosung der Gruppenphase. Der reiche Reeder hat damit unmissverständlich das Saisonziel definiert: Olympiakos soll in die K.o-Runde einziehen. Auf dem Weg dorthin treffen die Griechen neben Schalke auch noch auf den FC Arsenal und Montpellier HSC.
"Was mir mehr Sorgen macht als Schalke ist HSC Montepellier", sagte in dieser Woche Leonardo Jardim, der neue Trainer des griechischen Dauermeisters. Der erst 38 Jahre alte Portugiese weiß um die „gute Tradition“ von Olympiakos, wenn es gegen Bundesligisten geht. Im stimmungsvollen Karaiskaki-Stadion verlor im vergangenen Jahr der Deutsche Meister Borussia Dortmund mit 1:3. Auch Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Hertha BSC mussten sich bei ihren Gastspielen in Piräus schon geschlagen geben.
Mit Duisburger Vergangenheit"Warum soll das gegen Schalke anders werden?", fragt sich wohl nicht nur Neuzugang Kostas Mitroglou. Der selbstbewusste Stürmer bekam das Fußballspielen in der Jugend beim MSV Duisburg beigebracht. Vor einer Woche schoss er im WM-Qualifikationsspiel gegen Litauen sein erstes Tor für die Nationalmannschaft - im heimischen Karaiskaki-Stadion.
Ob Mitroglou auch gegen Schalke in der mit 32.115 Zuschauern sicher ausverkauften Olympiakos-Arena jubeln darf, ist jedoch ungewiss. Trainer Leonardo Jardim bevorzugt, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ernesto Valverde, eine defensive Ausrichtung.
Defensive kann noch besser werden
Leonardo Jardim
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Darauf aber muss sich sein Team erst noch einstellen. Das gelang in den ersten Saisonspielen nicht immer überzeugend. Auch wird der Innenverteidiger Avraam Papadopoulos schmerzhaft vermisst. Der robuste Nationalspieler zog sich bei der EM im ersten Match gegen Polen einen Kreuzbandriss zu und fällt noch lange aus.
Doch all das ändert nichts am Plan von Olympiakos, der Ex-Klub des Schalkers Kyriakos Papadopoulos, für diese Champions-League Runde. „Alle drei Heimspiele gewinnen und auswärts überraschend punkten“, gibt der Trainer das Motto aus.