Olympia - Fechten
Psycho-Spiele auf der Planche
VideoLimbach: Säbelfechten ist Körperschach
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VideoFechten ist "wie Flirten in der Bar"
Psycho-Spiele auf der Planche
von Oliver TrustFür die "Times" steht fest: Die Fechter holen das erste deutsche Gold. Nicolas Limbach, so glaubt das angesehene Blatt, gewinnt am Sonntag das Säbel-Finale der Männer. Trotz der guten Prognose hofft man beim Deutschen Fechter-Bund auf weitere Medaillen. Die Chancen stehen gut.
Nicolas Limbach
Quelle: dpa
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Etwas anderes, als in London Gold gewinnen zu wollen, hat Nicolas Limbach nie behauptet. Insofern ist die Voraussage der Londoner Tageszeitung nicht besonders kühn. In den Tagen vor dem Einzelwettbewerb genießt es der Dormagener regelrecht, zu den Favoriten zu gehören und als Fechter endlich wieder einmal im Rampenlicht zu stehen, „was meistens nur alle vier Jahre bei Olympia vorkommt“, wie der Weltmeister von 2009 bemerkt."... dann bin ich der Depp"Limbachs Zuversicht soll nicht nur die Säbel-Athleten beflügeln, sondern auch den anderen deutschen Fechtern Mut machen, mit dem besonderen olympischen Druck umzugehen. Für den 27-Jährigen ist Lockerheit Grundlage für Erfolge.
„Es gibt wenige, die für den Sieg in Frage kommen. Ich zähle mich dazu“, so Limbach, der beim Training am Royal Victoria Dock seine Vorfreude offen zeigte und grinsend einem Bekannten im Publikum winkt. „Wenn ich in der ersten Runde rausfliege oder im Viertelfinale 14:15 verliere, bin ich der Depp“, fügt Limbach an, der zusammen mit Benedikt Wagner und Max Hartung im Team-Wettbewerb ebenfalls gute Medaillenchancen hat. "Gut aufgestellt"Sportdirektor Manfred Kasper dagegen ist mit mutigen Prognosen vorsichtig. „Wenn wir zwei Medaillen holen, kann man von einem gelungenen Wettbewerb sprechen“, so Kasper: „Die Medaillenzählerei bin ich leid. Wir sind gut aufgestellt. Öffentlichen Druck gibt es nicht."Auch Florett-Fechter Peter Joppich sieht durchaus die Gefahr eines frühen Ausscheidens. „Fechten ist ein Nervenspiel. Es geht darum, wie kommt man in den Tag, wie ist der Lauf. Früh draußen, weit kommen - alles ist drin“, so Joppich.Genießt!Für Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist genau das kein Problem: „Meine Medaille von Peking spielt in London keine Rolle mehr." Ihr Ratschlag an die Kollegen ist es, Olympia zu genießen: „Ich finde es zum Beispiel faszinierend, in der riesigen Mensa des Olympiadorfes zu sitzen und mit Athleten aus aller Welt über alles mögliche zu sprechen."Ist es neben der richtigen Olympiaform tatsächlich die nötige Portion Lockerheit, die zum Gold-Erfolg verhilft, könnte die „Times“ mit ihrem Limbach-Tipp richtig liegen. Der im belgischen Eupen geborene Fechter beschrieb kürzlich die "Psycho-Spiele" auf der Planche als Schlüssel: "Du musst ein guter Schauspieler sein. Den Gegner einschüchtern und Emotionen herauskitzeln. Es geht darum, den Rhythmus des Gegners zu brechen, wenn es nicht läuft". Limbach bindet sich dann seine Schuhe neu oder zerrt am Trefferkabel herum, von dem er vorgibt, es sei nicht mehr korrekt verbunden.
Gelebter TeamgedankeSein Optimismus baut aber nicht nur auf ein gesundes Selbstbewusstsein, sondern auch auf den starken Teamgeist innerhalb der deutschen Mannschaft. „Bei anderen Mannschaften und anderen Nationen gibt es viele Einzelgänger, die eine Gruppe sprengen. Da kommt kein richtiges Wir-Gefühl auf. Das ist bei uns anders", sagt Limbach.Da fährt man dann auch mal für ein paar gemeinsame Tage nach Mallorca. "Ich glaube, das macht fast keiner“, sagt er und rät, die eigenen Gefühle auszuleben "Wenn man ein introvertierter Typ ist, geht das alles nicht. Ein bisschen extrovertiert, ein bisschen aufbrausend ist gut. Ab und zu schießt der eine oder andere von uns sicher auch mal über das Ziel hinaus. Aber daraus lernen wir, und so schaffen wir es, unsere Grenzen zu finden."EinzelkämpferinAuf ein Team kann sich Carolin Golubytski nicht stützen. Die Frauen-Florett-Mannschaft verpasste die Olympia-Qualifiaktion. Im Einzel-Wettbewerb tritt die EM-Dritte von 2008 am Samstag an. „Alleine ist nie so gut, aber auch daraus muss man das Beste machen“, sagt Golubytski. "In Peking hab ich den neunten Platz belegt, habe kurz vorher geführt und die letzten Sekunden noch abgegeben. Deswegen will ich das in London auf jeden Fall besser machen."
Das Säbelfinale ...
... beginnt am Sonntag um 20.10 Uhr. Nicolas Limbach - derzeit Weltranglisten-Erster - stand zuletzt dreimal in Folge in einem WM-Finale, 2009 gewann er den Titel. In diesem Jahr hat er schon vier Weltcupsiege verbucht.
Seine gefährlichsten Konkurrenten sind der Russe Alexey Yakimenko und der Italiener Aldo Montano.
... beginnt am Sonntag um 20.10 Uhr. Nicolas Limbach - derzeit Weltranglisten-Erster - stand zuletzt dreimal in Folge in einem WM-Finale, 2009 gewann er den Titel. In diesem Jahr hat er schon vier Weltcupsiege verbucht.
Seine gefährlichsten Konkurrenten sind der Russe Alexey Yakimenko und der Italiener Aldo Montano.
ZITAT
„Du musst ein guter Schauspieler sein. Den Gegner einschüchtern und Emotionen herauskitzeln”Nicolas Limbach
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Joppich: "Im Kopf musst Du stark sein"
28.07.2012



