SportXtreme | Sendung am 15. Juli
Kitesurfer Mario Rodwald: "Gesünder als ein Bürojob"
Mario Rodwald
VideoDes Kitesurfers Rettungsanker
VideoWassersport trifft Luftakrobatik
Das Gespräch führte Fabian KleinerImmer voran, immer etwas Neues. Die Suche nach dem Trick, den noch keiner gesehen hat, ist das Elixier der Kitesurfer. Mario Rodwald gilt als der beste Freestyle-Kitesurfer Deutschlands. SportXtreme hat vor der Sendung am Sonntag, 15. Juli (23.15 Uhr / ZDFinfo) mit ihm gesprochen und herausgefunden, dass es auch in seiner Freizeit nie ohne Abheben geht.zdfsport: Kiten bietet eine ganze Palette von Disziplinen. Wie Sind Sie zur Trickdisziplin Freestyle gekommen?Mario Rodwald: Kleine Tricks begeisterten mich schon, als ich noch Windsurfer war. Als ich aufs Kiten umstieg, gingen die Tricks sehr schnell, sehr weit nach oben. Klar, dass ich davon nicht mehr los kam.zdfsport: Verstaubt das Windsurfboard nun neben dem Kiteboard?
Rodwald: In großen Wellen und bei viel Wind finde ich Windsurfen prima. Leider findet man diese Bedingungen in Deutschland selten. Kiten ist unkomplizierter. Sobald etwas Wind geht, hat man Spaß auf dem Wasser.
zdfsport: Inzwischen gelten eingehakte hohe Sprünge bei Freestyle-Wettbewerben als Tabu - warum?
Rodwald: Die Tricks werden technischer, wenn der Kite tief fliegt und ausgehängt wird. Manchmal dauert es Monate, bis ich einen Trick beherrsche - aber genau darin besteht der Reiz. Da uns Freestyler niemand trainiert, müssen wir selbst die Tricks erfinden. Durch Videoanalysen bekommt man die Fehler in den Griff und landet schließlich den Sprung - ein tolles Gefühl.
zdfsport: Bis es so weit ist, geht doch sicherlich auch viel daneben. Viele Ihrer Konkurrenten leiden unter Kreuzbandrissen und Schulterproblemen, und auch Sie haben sich schon die Rippen gebrochen. Was hält Ihr Arzt vom Kiten?
Rodwald: Ich hör' nicht auf Ärzte. Das Risiko gehört sicherlich dazu; wobei ich nicht davon ausgehe, dass ich mich noch mal verletze. Letztendlich ist mein Sport gesünder als ein Bürojob.zdfsport: Kiten wird 2016 olympisch - allerdings in der Disziplin Race, in der auch Ihr Vater erfolgreich Wettbewerbe bestreitet. Neidisch?
Rodwald: Nein, Kiten wird dadurch bekannter - mehr Geld fließt in den Sport. Sponsoren- und Preisgelder werden steigen. Davon profitiere auch ich.
zdfsport: Können Sie vom Kitesport leben?
Rodwald: Im Moment ja. Ich wohne zwar noch daheim, aber meine Wettkampf- und Trainingsreisen bekomme ich durch Sponsoren und Preisgelder finanziert.zdfsport: Welches ist Ihr Lieblingsziel?
Rodwald: Australien hat die besten Trainingsbedingungen. Allerdings fehlt mir dort das Drumherum. Kapstadt in Südafrika hat ein tolles Komplettpaket. Hier überwintern viele Kite-Profis.
Rodwald: In großen Wellen und bei viel Wind finde ich Windsurfen prima. Leider findet man diese Bedingungen in Deutschland selten. Kiten ist unkomplizierter. Sobald etwas Wind geht, hat man Spaß auf dem Wasser.
Ausgehängt
Sprünge, bei denen man den Kite (den Schirm) aus dem Hüfttrapez-Gurt aushängt, sind das wichtigste Element der Freestyle-Kiter. Der Zug des Kites lastet so vollständig auf den Händen des Kitesurfers.
Sprünge, bei denen man den Kite (den Schirm) aus dem Hüfttrapez-Gurt aushängt, sind das wichtigste Element der Freestyle-Kiter. Der Zug des Kites lastet so vollständig auf den Händen des Kitesurfers.
zdfsport: Inzwischen gelten eingehakte hohe Sprünge bei Freestyle-Wettbewerben als Tabu - warum?
Rodwald: Die Tricks werden technischer, wenn der Kite tief fliegt und ausgehängt wird. Manchmal dauert es Monate, bis ich einen Trick beherrsche - aber genau darin besteht der Reiz. Da uns Freestyler niemand trainiert, müssen wir selbst die Tricks erfinden. Durch Videoanalysen bekommt man die Fehler in den Griff und landet schließlich den Sprung - ein tolles Gefühl.
Mario Rodwald zeigt einen Big Air mit Tailgrab
Quelle: reemedia
Quelle: reemedia
Rodwald: Ich hör' nicht auf Ärzte. Das Risiko gehört sicherlich dazu; wobei ich nicht davon ausgehe, dass ich mich noch mal verletze. Letztendlich ist mein Sport gesünder als ein Bürojob.zdfsport: Kiten wird 2016 olympisch - allerdings in der Disziplin Race, in der auch Ihr Vater erfolgreich Wettbewerbe bestreitet. Neidisch?
Rodwald: Nein, Kiten wird dadurch bekannter - mehr Geld fließt in den Sport. Sponsoren- und Preisgelder werden steigen. Davon profitiere auch ich.
zdfsport: Können Sie vom Kitesport leben?
Rodwald: Im Moment ja. Ich wohne zwar noch daheim, aber meine Wettkampf- und Trainingsreisen bekomme ich durch Sponsoren und Preisgelder finanziert.zdfsport: Welches ist Ihr Lieblingsziel?
Rodwald: Australien hat die besten Trainingsbedingungen. Allerdings fehlt mir dort das Drumherum. Kapstadt in Südafrika hat ein tolles Komplettpaket. Hier überwintern viele Kite-Profis.
Training im Lieblingsrevier
zdfsport: Ihr Beruf ist Profi-Kiter, Ihr Hobby sind Modelflugzeuge. Wie passt das zusammen?
Rodwald: Freestyle-Wettkämpfe im Kiten strengen nicht nur körperlich an. Die vielen Tour-Stops und Trainingsreisen ermüden auch den Kopf. Eine Woche Sri Lanka, dann zehn Tage in Venezuela - manchmal weiß ich nicht mehr welche Jahreszeit zu Hause ist. Modellfliegen bietet mir einen emotionalen Ausgleich dazu.
zdfsport: Haben Sie noch einen Tipp für Einsteiger?
Rodwald: Auf jeden Fall einen Kite-Kurs besuchen - andernfalls wird es lebensgefährlich.
Mario Rodwald
Jahrgang: 1991
Beruf: Profi-Kiter, Online-Student
Wohnort: Rendsburg
Erfolge:
- Sechsmaliger Deutscher Meister
- Vize-Europameister 2010 und 2011
- 3. Platz World-Cup-Tour-Stop Venezuela
Lieblingsreviere in Deutschland:
- Orth auf Fehmarn
- Büsum
- Sankt Peter-Ording
Jahrgang: 1991
Beruf: Profi-Kiter, Online-Student
Wohnort: Rendsburg
Erfolge:
- Sechsmaliger Deutscher Meister
- Vize-Europameister 2010 und 2011
- 3. Platz World-Cup-Tour-Stop Venezuela
Lieblingsreviere in Deutschland:
- Orth auf Fehmarn
- Büsum
- Sankt Peter-Ording
13.07.2012



