Borussia Dortmund
Echte Neue und ein falscher Neuer beim BVB
Marco Reus Borussia Dortmund
VideoBVB ist heiß auf Bundesliga-Saisonstart
AbstimmungWer wird Meister?
von Andreas MorbachNach zwei Meistertiteln in Folge haben sich die Dortmunder an die nationale Höhenluft inzwischen gewöhnt. In der neuen Saison wollen die schwarz-gelben Borussen deshalb zur Abwechslung auch in der Champions League mal eine gute Figur abgeben.Sven Bender hat bereits einen langen Sommer hinter sich. Während Zwillingsbruder Lars bei der EM zumindest mit seinem Siegtor im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark für Furore sorgte, war für den zweimaligen Deutschen Meister im Hause Bender am 28. Mai klar: Das Kontinental-Turnier findet ohne ihn statt. Da blieb viel Zeit, um die zahlreichen Verletzungen der vergangenen Saison auszukurieren und richtig schön Urlaub zu machen. Das ist geschehen, zudem hat Sven Bender in der vielen freien Zeit einen bisher unbekannten Neuzugang bei Borussia Dortmund ausgemacht.Kehl muntert Götze auf
Marco Reus, den 17,1 Millionen Euro teuren Einkauf aus Gladbach, meint der 23-Jährige natürlich nicht, wenn er mit nachdenklicher Stimme murmelt: „Wir haben da ja noch einen Neuen.“ Bender spricht vielmehr von Mario Götze, dem mittlerweile 20 Jahre alten Top-Talent des deutschen Fußballs. Der gebürtige Oberschwabe ist zwar schon seit elf Jahren im Verein, gehört seit drei Jahren zum Profikader des BVB – doch weil er fast die komplette letzte Rückrunde an einer Schambeinentzündung laborierte, nimmt ihn Sven Bender nun schmunzelnd in die Liste mit den Dortmund-Frischlingen auf.Dahinter steckt freilich die Sorge aller Borussen, Götze könnten das frustrierende Frühjahr und die enttäuschende EM, bei der er nur zu einem zehnminütigen Einsatz im Viertelfinale gegen Griechenland kam, dauerhaft aufs Gemüt schlagen. „In Dortmund hat er einen hohen Stellenwert“, versichert BVB-Kapitän Sebastian Kehl dem jungen Mann, der wie die anderen Dortmunder EM-Teilnehmer noch urlaubt und beim ersten Testspiel des Meisters am Mittwoch in Meppen (2:1 für den BVB) fehlte.Fremdelnde PolenKehl vollzieht damit ein Aufmunterungsmanöver im Namen des Vereins. Denn die Borussia hat nach zwei Meistertiteln in Folge plus dem Pokalsieg im Mai für die bevorstehende Saison vor allem ein Ziel: sich in der Champions League nicht noch mal so zu blamieren wie im Vorjahr. In einer vergleichsweise leichten Gruppe gelang dem Team von Jürgen Klopp da nur ein Sieg, der Lohn war der letzte Platz.Solch eine Schmach auf internationalem Parkett wollen die Dortmunder nicht noch einmal erleben. Deshalb sind sie nach dem Weggang von Spielmacher Shinji Kagawa zu Manchester United besonders erpicht darauf, die aktuell etwas fremdelnden Polen Jakub Blaszczykowski und Robert Lewandowski bei der Stange zu halten. Damit der erkennbare Stolz auf die jüngeren Erfolge auf dem Transfermarkt – allen voran die Reus-Verpflichtung im direkten Duell mit dem FC Bayern – keinen Dämpfer erleidet.Alternativen geschaffen
Neben dem Königstransfer Reus haben sich die Double-Gewinner mit den Mittelfeldkräften Oliver Kirch (aus Kaiserslautern) und Leonardo Bittencourt (Cottbus) sowie Angreifer Julian Schieber (Stuttgart) verstärkt, dazu gesellen sich die Nachwuchsspieler Koray Günter (17) und Marvin Duksch (18). „Durch die Neuzugänge haben wir noch einmal wahnsinnig an Qualität gewonnen“, posaunt Kevin Großkreutz.Gerade im Arbeitsbereich des Ur-Dortmunders, im Mittelfeld, tummeln sich zahlreiche sehr ambitionierte Fußballer. Die nominelle Wucht reicht hier von den Herren Bender, Bittencourt und Blaszczykowski über Götze, Großkreutz und Gündogan bis zu Kehl, Leitner, Perisic und Reus. „Für eine Mannschaft mit unseren Ambitionen muss man Alternativen haben – und die haben wir geschaffen“, betont Trainer Klopp und umreißt sein Grundsatzanliegen für die nächste Runde: „Immer einen Tick besser sein als man es uns zutraut.“Herausforderung Champions LeagueIn der Liga ist die Saisonvorgabe – das erneute Erreichen der Champions League – Pflicht. Der nahenden Kür in der Königsklasse gilt diesmal dafür das spezielle Augenmerk. „International sind uns die Bayern noch voraus. Sie haben viel mehr Erfahrungswerte und sind auch deutlich erfolgreicher“, weiß nicht zuletzt Sportdirektor Michael Zorc, wo den BVB der Schuh drückt. Ebenso wie Sven Bender, der in seinem langen Sommer auch über die Champions League nachgedacht hat. „Ich glaube“, sagt er nun, „dass wir aus dem Vorjahr gelernt haben. Angst haben wir jedenfalls keine.“
11.07.2012
Kommt wieder ins Team: Mario Götze
Quelle: imago
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ZITAT
„Durch die Neuzugänge haben wir noch einmal wahnsinnig an Qualität gewonnen.”Kevin Großkreutz



