Olympia 2012
Munkhbayar Dorjsuren: Mit 42 noch im Rampenlicht
von Mathias MüllerMünchen-Garching, Olympia-Schießanlage. Drinnen die Siegerehrung, draußen der Suchtrupp. „Wo ist Munkhi“, sagte Bundestrainer Peter Kraneis immer wieder? Gemeint war Munkhbayar Dorjsuren (42), die zweimalige Olympiadritte, Siebplatzierte des Weltcups in München und große Medaillenhoffnung für die Olympischen Spiele in London. Des Rätsels Lösung: Sie war bereits bei der Materialkontrolle ihrer Waffe.Mit dem Equipment sollte es bei Dorjsuren keine Probleme geben, vor der Saison hat sie nach vielen Jahren extra noch den Hersteller gewechselt, mit ihrer alten Waffe war sie nicht mehr zu hundert Prozent zufrieden. Mehr will sie zu diesem Thema nicht sagen. Bei ihrem Heimweltcup, dem letzten Test vor London, verhinderte die Nervosität einen Platz auf dem Treppchen. „Ich war ziemlich unter Strom und ein bisschen nervös“, gibt Dorjsuren zu.Medaillenchancen
Nervös? Eigentlich unvorstellbar, denn für die 42-Jährige werden es die sechsten Olympischen Spiele. Schon 1992 in Barcelona gewann sie die Bronzemedaille, damals noch für die Mongolei.
Seit nunmehr zehn Jahren startet Dorjsuren für Deutschland. Vor vier Jahren in Peking holte sie die erste olympische Medaille (Bronze) einer Pistolenschützin in der Geschichte des Deutschen Schützenbundes. „Ich war diese Saison bei jedem Weltcup im Finale, in London will ich unter den ersten drei mitmischen. Aber das wird eine harte Nuss“, so Dorjsuren.Ihre Gegnerinnen kennt sie gut: Die Chinesin Weiyi Wang, Siegerin von München, war zum Beispiel 1988 in Soeul schon dabei. Aber auch der Nachwuchs drängt immer mehr ins Scheinwerferlicht. „Die Leistungsdichte ist viel größer als früher. Es ist schwer eine gute Prognose zu geben, jeder könnte eine Medaille gewinnen“, sagt Dorjsuren. Darunter zählen die Chinesin Chen Ying, die Mongolin Otrjadyn Gündegmaa oder die Georgin Nino Salkukvadze.Augen-Probleme
Ein kleines Hindernis könnte ihr abnehmendes Augenlicht werden. Geht es nach ihrem Optiker, hat sie im Verhältnis zu ihrem Alter ein Adlerauge, Dorjsuren selbst ist damit nicht zufrieden: „Ich habe nur minus 0,75 Dioptrin. Aber es ist schlimm, trotz der Irisblende weiß ich, dass manche Dinge eigentlich anders aussehen müssten.“Wie auch immer es in London laufen wird, eines scheint klar: An Rücktritt denkt Dorjsuren nicht bzw. nicht mehr. Nach ihrer Medaille in Peking musste sie sich selbst überreden, „jetzt sieht es so aus, dass ich wohl weiter mache.“ Ihrem Sport wird sie wohl lange treu bleiben, dem DSB sicher nicht. „Wenn ich später irgendwann Trainerin mache, dann nur im Ausland.“ Der deutsche Verband ist ihr zu groß, sagt Dorjsuren sehr diplomatisch, mehr nicht.Weitere deutsche Medaillenchancen
Die größten Chancen aus deutscher Sicht haben sicherlich Sonja Pfeilschifter (Kleinkaliber- und Luftgewehr), Christian Reiz (Schnellfeuerpistole) und Ralf Schumann (Schnellfeuerpistole). Pfeilschifter ist neunmalige Weltmeisterin und gewann vor wenigen Wochen den Weltcup in Mailand. Reiz, Dritter in Peking, zählt zu den Senkrechtstartern und konnte auch dieses Jahr schon überzeugen. Und Schumann, der hat immerhin schon drei Olympiasiege (1992, 1996 und 2004) vorzuweisen – er weiß also wie es geht.
Nervös? Eigentlich unvorstellbar, denn für die 42-Jährige werden es die sechsten Olympischen Spiele. Schon 1992 in Barcelona gewann sie die Bronzemedaille, damals noch für die Mongolei.
ZITAT
„In London will ich unter den ersten Drei mitmischen.”Munkhbayar Dorjsuren
Ein kleines Hindernis könnte ihr abnehmendes Augenlicht werden. Geht es nach ihrem Optiker, hat sie im Verhältnis zu ihrem Alter ein Adlerauge, Dorjsuren selbst ist damit nicht zufrieden: „Ich habe nur minus 0,75 Dioptrin. Aber es ist schlimm, trotz der Irisblende weiß ich, dass manche Dinge eigentlich anders aussehen müssten.“Wie auch immer es in London laufen wird, eines scheint klar: An Rücktritt denkt Dorjsuren nicht bzw. nicht mehr. Nach ihrer Medaille in Peking musste sie sich selbst überreden, „jetzt sieht es so aus, dass ich wohl weiter mache.“ Ihrem Sport wird sie wohl lange treu bleiben, dem DSB sicher nicht. „Wenn ich später irgendwann Trainerin mache, dann nur im Ausland.“ Der deutsche Verband ist ihr zu groß, sagt Dorjsuren sehr diplomatisch, mehr nicht.Weitere deutsche Medaillenchancen
Die größten Chancen aus deutscher Sicht haben sicherlich Sonja Pfeilschifter (Kleinkaliber- und Luftgewehr), Christian Reiz (Schnellfeuerpistole) und Ralf Schumann (Schnellfeuerpistole). Pfeilschifter ist neunmalige Weltmeisterin und gewann vor wenigen Wochen den Weltcup in Mailand. Reiz, Dritter in Peking, zählt zu den Senkrechtstartern und konnte auch dieses Jahr schon überzeugen. Und Schumann, der hat immerhin schon drei Olympiasiege (1992, 1996 und 2004) vorzuweisen – er weiß also wie es geht.
Wer schießt wann in London 2012?
Zeitplan
Freitag, 03. August 2012
10:00 – 16:25 Uhr: Schießen – Kleinkaliber liegend 50 Meter (Männer) ab 13 Uhr im zdfsport.de-Livestream
10:00 – 16:25 Uhr: Schießen – Olympischen Schnellfeuerpistole 25 Meter (Männer)
Samstag, 04. August 2012
10:00 – 17:00 Uhr: Schießen – Kleinkaliber Dreistellungskampf 50 Meter (Frauen)
10:00 – 17:00 Uhr: Schießen – Wurfscheibe Trap (Frauen)
Sonntag, 05. August 2012
10:00 – 16:00 Uhr: Schießen - Freie Pistole 50 Meter (Männer)
19.07.2012



