Turnen - Ausblick
Noch viel Arbeit bis Olympia
VideoNguyen: "Mit gutem Gefühl nach London"
VideoDie Barren- und Reck-Entscheidung
VideoInterview Philipp Boy
VideoInterview Matthias Fahrig
von Susanne RohlfingDie deutschen Turner haben sich in den letzten Jahren ans Siegen gewöhnt. Bei der EM in Montpellier erlitten sie einen Rückschlag – der Bundestrainer Andreas Hirsch aber noch nicht beunruhigt.Turner sind häufig sehr hart zu sich selbst. Das muss sein. Üben, üben, üben, den Körper immer wieder über die Schmerzgrenze hinaus treiben, anders geht es nicht. Und Andreas Hirsch ist oft sehr hart zu seinen Turnern. Auch das muss sein. Der Cheftrainer des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hat das Männerteam in den letzten Jahren nicht in die Weltspitze geführt, indem er ihnen immer nur freundlich die Wange tätschelte. Wenn es sein muss findet Hirsch sehr klare Worte, anders geht es nicht.So auch nach den Europameisterschaften in Montpellier, die für seine Riege am Sonntag mit mehr Enttäuschungen als Erfolgserlebnissen zu Ende gingen. Marcel Nguyen aus Unterhaching verteidigte erfolgreich seinen Titel am Barren, das war der Lichtblick. Die Mannschaft jedoch verpasste nach dem EM-Sieg 2010 und zuletzt zweimal WM-Bronze einen Podestplatz. Und Philipp Boy aus Cottbus, der zweimalige Mehrkampf-Vizeweltmeister, der sich gerade so schön ans Erfolgreichsein gewöhnt hatte, landete böse auf der Nase. Zweimal fiel er vom Reck und auch sonst passierten ihm so viele Patzer wie selten.
Kein MitleidAndreas Hirsch könnte Boy bedauern. Zumal dieser nach einer Verletzung mit einem ärgerlichen Trainingsrückstand zu kämpfen hat. Doch der Bundestrainer sagt: "Das hat ihm deutlicher den aktuellen Stand gezeigt, als wenn er im Training geblieben wäre." Hirsch sieht die Sache pragmatisch: "Eine Verletzung kann ich mir wegwünschen, aber sie ist nun mal da." Am Schlüsselbein Boys.An der Achillessehne des Olympiadritten am Reck, Fabian Hambüchen, der in Montpellier fehlte, weil er sich ganz und gar auf seine dritten Olympischen Spiele konzentrieren will. Oder auch am Selbstbewusstsein der Mannschaft, die ihren Titel verloren hat. Nach Ansicht Hirschs hilft da nur: "Sich der Sache stellen und das Beste daraus machen."Eigenbrötler und PunktelieferantFabian Hambüchen aus Wetzlar hat mit seinem überraschenden siebten Platz bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen den Aufstieg der deutschen Turner eingeleitet. Inzwischen ist er 24 Jahre alt, hat Medaillen und Erfahrungen angehäuft und sich zu einem sehr gut organisierten und sehr zielorientierten Athleten entwickelt. Im Trainingsbetrieb ist er der Eigenbrötler des Teams, im Wettkampf einer der wichtigsten Punktelieferanten. An seiner Seite haben sich Boy und Nguyen zu Athleten von internationalem Format entwickelt.
Boy, der Ehrgeizige, sehr selbstbewusste und elegante Turner; und Nguyen, das fröhliche Talent, das nach Ansicht seines Heimtrainers Valeri Belenki im Training nicht immer mit vollem Ernst bei der Sache ist. Die Stärke des Trios und auch ihrer nicht ganz so im Rampenlicht stehenden Kollegen war zuletzt, in entscheidenden Wettkämpfen kaum Fehler zu machen. Bei der EM war das anders. "Ich habe die Stabilität der Vorträge vermisst", sagte Hirsch.
Kein MitleidAndreas Hirsch könnte Boy bedauern. Zumal dieser nach einer Verletzung mit einem ärgerlichen Trainingsrückstand zu kämpfen hat. Doch der Bundestrainer sagt: "Das hat ihm deutlicher den aktuellen Stand gezeigt, als wenn er im Training geblieben wäre." Hirsch sieht die Sache pragmatisch: "Eine Verletzung kann ich mir wegwünschen, aber sie ist nun mal da." Am Schlüsselbein Boys.An der Achillessehne des Olympiadritten am Reck, Fabian Hambüchen, der in Montpellier fehlte, weil er sich ganz und gar auf seine dritten Olympischen Spiele konzentrieren will. Oder auch am Selbstbewusstsein der Mannschaft, die ihren Titel verloren hat. Nach Ansicht Hirschs hilft da nur: "Sich der Sache stellen und das Beste daraus machen."Eigenbrötler und PunktelieferantFabian Hambüchen aus Wetzlar hat mit seinem überraschenden siebten Platz bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen den Aufstieg der deutschen Turner eingeleitet. Inzwischen ist er 24 Jahre alt, hat Medaillen und Erfahrungen angehäuft und sich zu einem sehr gut organisierten und sehr zielorientierten Athleten entwickelt. Im Trainingsbetrieb ist er der Eigenbrötler des Teams, im Wettkampf einer der wichtigsten Punktelieferanten. An seiner Seite haben sich Boy und Nguyen zu Athleten von internationalem Format entwickelt.
ZITAT
„Ich habe die Stabilität der Vorträge vermisst.”Andreas Hirsch, Turn-Bundestrainer
Nationale Olympiaqualifikation
Die deutschen Turner können bei zwei Wettkämpfen die Tickets für die Sommerspiele in London erobern:
16./17. Juni: Deutsche Meisterschaften in Düsseldorf
30. Juni: Zweite Olympiaqualifikation in Frankfurt am Main
Anschließend werden die Männer ihre finale Olympiavorbereitung mit Bundestrainer Andreas Hirsch in der Sportschule Kienbaum bei Berlin bestreiten.
Die deutschen Turner können bei zwei Wettkämpfen die Tickets für die Sommerspiele in London erobern:
16./17. Juni: Deutsche Meisterschaften in Düsseldorf
30. Juni: Zweite Olympiaqualifikation in Frankfurt am Main
Anschließend werden die Männer ihre finale Olympiavorbereitung mit Bundestrainer Andreas Hirsch in der Sportschule Kienbaum bei Berlin bestreiten.
Neuer Maßstab des ErfolgsDoch bevor der Titel Nguyens völlig verblassen konnte neben dem großen Gefühl der Enttäuschung, bemerkte der Bundestrainer auch, dass der Maßstab sich durch die Erfolge der letzten Jahre verändert habe. Es ist noch nicht lange her, da wären einmal EM-Gold und sechs Finalteilnahmen ein Riesenerfolg für die deutschen Turner gewesen. "Die Geister, die man ruft, wird man nicht mehr los", sagte Hirsch. Die Geister des Erfolgs. Der Trainer mag es zuweilen, sich bildlich auszudrücken. Die gesteigerten Erwartungen könnten „wie ein schwerer Rucksack sein“, erklärte er. Ein Rucksack voller Geister, der die deutschen Turner von den Geräten reißt – keine schöne Vorstellung.
Andererseits ist Hirsch sehr froh über die hohen Erwartungen. Schließlich sind sie Ausdruck des Erfolgs. Dieser wird im Jahr 2012 nicht an den Resultaten einer Europameisterschaft gemessen, sondern allein an denen der Olympischen Spiele. Und bis zu den Wettkämpfen in London, davon ist der Bundestrainer überzeugt, wird sein Team seine Stabilität wiedergefunden haben.
29.05.2012
Andererseits ist Hirsch sehr froh über die hohen Erwartungen. Schließlich sind sie Ausdruck des Erfolgs. Dieser wird im Jahr 2012 nicht an den Resultaten einer Europameisterschaft gemessen, sondern allein an denen der Olympischen Spiele. Und bis zu den Wettkämpfen in London, davon ist der Bundestrainer überzeugt, wird sein Team seine Stabilität wiedergefunden haben.



