Werdende Eltern stellen sich wohl immer die Frage: "Wird mein Kind gesund auf die Welt kommen?" Durch die Pränataldiagnostik kann die Medizin darauf teilweise eine Antwort geben und stellt die Eltern somit vor die grundlegende Frage, was sie tun würden, wenn sie ein Kind mit Behinderung erwarten. Bei dieser Diagnose entscheiden sich bisher fast alle Eltern für eine Abtreibung. Durch die angewandten Methoden werden aber nicht alle "auffälligen" Kinder entdeckt. Entweder weil die Eltern keine riskante invasive Untersuchung durchführen lassen, oder - die weitaus häufigste Ursache - weil nicht alle Krankheiten entdeckt werden können. Denn die Untersuchungen liefern keine Garantie für die Geburt eines rundum gesunden Babys. Ein neuer Test auf Trisomie 21 wird die Pränataldiagnostik grundlegend verändern: Denn er hat das Potential, alle Trisomie 21-Kinder zu entdecken und das ohne einen invasiven Eingriff - und somit auch ohne das Risiko einer Fehlgeburt. Das Down-Syndrom lässt sich hierbei durch die Untersuchung des mütterlichen Bluts einfach diagnostizieren. Sollte die Trisomie 21-Untersuchung eingeführt werden, dürfte sie schnell zu einer Kassenleistung werden. Weitere Tests, um andere erblich bedingte Erkrankungen zu entdecken, werden folgen, was zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Gesellschaft führen könnte.
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin "nano" beschäftigt sich in der "spezial"- Ausgabe "Pränataldiagnostik - der große Umbruch" ausführlich mit dem neuen Test und mit der problematischen Grenze zwischen medizinischem Fortschritt und ethischem Dilemma. Am 1. Februar 2012 tritt zudem eine Bestimmung des Gendiagnostikgesetzes in Kraft, die festlegt, dass eine genetische Beratung, einschließlich vorgeburtlicher Risikoabschätzungen, nur noch durch entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte vorgenommen werden darf.



