(1): Aus Liebe zu Pettycoats, Pin-Ups und Tattoos - Ein Atelierbesuch bei Österreichs Modedesignerin Lena Hoschek
Als Lena Hoschek 2006 ihr eigenes Label im Alleingang gründete, war sie gerade mal 24 Jahre alt. Und in nur wenigen Jahren hat sich die gebürtige Grazerin international etabliert; zu ihren Kunden zählen Popstar Kate Perry, Schauspielerin Muriel Baumeister, Charlotte Roche, Mirja Dumont, Top-Model Franziska Knuppe, Bourlesque-Ikone Dita van Teese sowie Christina Hendricks aus US-Serie "Mad Man".
Markenzeichen Ihrer Kollektionen ist immer wieder die Sanduhr-Silhouette der 40er und 50er Jahre: eine nostalgische Rückkehr zu Kleidern, die perfekte Kurven zur Geltung bringen - eine zutiefst weibliche Mode, die im wahrsten Sinne des Wortes ermutigen soll, mit Hüftschwung durchs Leben zu gehen. Aber bitte mit Humor: "Über sich selbst lachen zu können, das ist für mich sexy", sagt Lena Hoschek. Ihr Look: eine Hommage an das Pin-up-Girl, das sinnlich, sexy, aber auch selbst-ironisch war.
Jetzt wurde sie in ihrem Heimatland zum "Fashion Designer of the Year" ernannt. Ihr Ziel: mit ihrem Label weltweit berühmt zu werden.
"Metropolis" hat Österreichs Shootingstar Lena Hoschek bei ihren Vorbereitungen für die Berliner Fashion Week über die Schulter geschaut: in ihrem neuen Atelier in Wien, wo die neue Sommerkollektion entsteht und in ihrer Heimatstadt Graz, wo sie ihre besondere Vorliebe für Dirndl und Tattoos demonstriert.
(2): Metropolenreport: Edinburgh
Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands an der Ostküste, wird auch "Festivalstadt" genannt. Und "Metropolis" wird beim Saisonbeginn dabei sein - beim Edinburgh Filmfestival. Schottenrockträger tauchen auf -wie könnte es auch anders sein. Und wenn die Röcke geblümt sind, oder aus Leder, stammen sie von Howie Nicholsby. Er hat mit 18 Jahren den Kilt für das 21. Jahrhundert erfunden und so heißt auch sein Label, das unter anderem von Robbie Williams geschätzt und gekauft wird. Howie, der moderne Kiltdesigner, zeigt uns seinen Laden und die Straße, in der er sich befindet. Seine Vorliebe, aus Traditionellem Modernes zu machen, setzt sich auch in seinen kulinarischen Vorlieben fort, er führt uns dahin, wo es schottische Entenbrust in Himbeer-Whisky-Soße gibt. Aber er führt uns auch an den Hafen nach South Queensferry ans Pier, wo er die Pubs noch als typisch schottisch und authentisch empfindet.
Britisch authentisch ist auf jeden Fall der Butler im Vier-Sterne-Hotel in der Altstadt. Wir buchen ihn für ein paar Stunden und lassen uns über den richtigen Snobismus aufklären.
Edinburgh, das ist auf jeden Fall schottisches Lebensgefühl und ganz viel alte Geschichte. Edinburgh Castle und der Palast der Queen Holyroodhouse strahlen altehrwürdigen Charme aus, doch seine Bewohner sind weltoffen.
Das erlebt man in den unzähligen Clubs und Pubs, wenn Tag und Nacht alle öffentlichen Räume von fröhlichem Volk besetzt sind. Das hat natürlich auch mit dem schottischen Nationalgetränk, dem Whisky zu tun, aber sicher noch mehr mit der jungen, offenen, kulturbegeisterten Gesellschaft, die hier lebt.
(3): Der Sex der Götter - Jeff Koons auf den Spuren der Antik
Er spaltet die Kunstwelt: Jeff Koons - Pop-Star des Kunstbetriebs und Meister des Banalen: einer, der mit einer Kunstserie berühmt wird, die ihn beim Sex mit einer Pornoqueen zeigt, und Millionen verdient mit Kindheitsträumen in Form von überdimensionierten Spielzeugskulpturen. Gekonnte Eigenvermarktung oder strategischer Kult um die eigene Person? Kitsch oder Kunst? In Frankfurt gelingt dem Kunstmarkt-Giganten sein neuester Coup: Gleich zwei Ausstellungen wagen einen analytischen Blick und wollen auf Koons Bezüge zur Kunstgeschichte verweisen: Das Frankfurter Liebieghaus zeigt Koons berühmten Skulpturen neben antiken Büsten und klassizistischen Plastiken. Der grelle Popart-Künstler soll tief in der Kunstgeschichte geschürft haben? Passend dazu präsentiert Jeff Koons in Frankfurt erstmals seine neueste Werkserie: "Antiquity" heißt sie - und taucht direkt ein in das ausschweifende Sexleben griechischer Gottheiten.
(4): Mama Mutig - Warum in Afrika das erste Frauendorf entstanden ist
Von der Ziegenhirtin in einem abgelegenen kenianischen Dorf zur international bekannten Menschenrechts-Aktivistin - der Werdegang von Rebecca Lolosoli. Sie ist die Gründerin des ersten Frauendorfs in Afrika. Ihre Geschichte ist ein Abenteuer und dieses Abenteuer wird jetzt in einem Buch dokumentiert: "Mama Mutig - Wie ich das erste Frauendorf Afrikas gründete". Rebecca Lolosoli beschreibt, wie sie sich allmählich von der Bevormundung befreite, wie sie Prügel einstecken musste, weil sie selbstständig Geld verdiente, und wie sie beschloss, mit 15 anderen Frauen, die ebenfalls Opfer von Gewalt wurden, ein eigenes Dorf zu gründen, dessen Name "Umoja" auf deutsch "Gemeinschaft" bedeutet. Doch Rebecca Lolosoli erhält Morddrohungen, muss sich in der Hauptstadt Nairobi vor ihrem gewalttätigen Ehemann verstecken. Aber der Kampf lohnt sich: Die Dorfgemeinschaft von Umoja wächst, wird unterstützt von internationalen Organisationen, ist mittlerweile Vorbild für andere Projekte in Afrika. Die Gründerin ist jetzt als Frauenrechtlerin weltweit unterwegs. "Metropolis" hat "Mama Mutig" getroffen und sich die Geschichte einer wahrhaft mutigen Frau erzählen lassen.
(5): Da Vinci, very british - Thomas Heatherwick
Was ist dieser Mann: Architekt, Designer, Bildhauer, Erfinder? Man nennt ihn häufig nur den "modernen Leonardo da Vinci": Thomas Heatherwick ist der Shootingstar der britischen Design-Szene. Mit Neugier und rastloser Energie setzt er Ideen wie am Fließband um: ein Strandcafé aus verrostetem Stahl in Manchester, das aussieht wie ein angeschwemmtes Schiffswrack; die "Rolling Bridge" in London, die sich zusammenrollen lässt wie ein Igel; oder Lüftungsschächte, die sich wie avantgardistische Skulpturen auf Londoner Dächern emporrecken. Heatherwick macht Architektur und simple Gebrauchsgegenstände zu Aufregern, zu Aha-Erlebnissen, zu Momenten der Poesie mitten im stressigen Alltag. Jetzt widmet das Victoria and Albert Museum in London dem jungen Designer die erste große Einzelausstellung "Designing the Extraordinary" (31. Mai bis 30. September). "Metropolis" trifft Thomas Heatherwick in seinem Studio in London und lässt sich von ihm erklären, wie man durch Vielfalt eine ganz eigene Kunst kreieren kann.
(6): In der Geisterbahn mit General de Gaulle - Das 50. Deutsch-Französische Volksfest in Berlin
Ein "Moulin Rouge" aus Holz, Frankreich-Kulissen aus Pappe, dazu viel Wein und Froschschenkel. Im ehemaligen Munitionslager der Franzosen im Berliner Stadtteil Wedding feiert man jedes Jahr vier Wochen lang das deutsch-französische Volksfest, das gleichzeitig das größte Volksfest Berlins ist. Berlin ist wiederum seit 25 Jahren Partnerstadt von Paris und das Volksfest gibt es seit fast 50 Jahren, als eine Art
Unterhaltungskulturelle Verlängerung des Elysée-Vertrages. Denn die Entstehung dieser deutsch-französischen Kirmes, auf der sich die französische Schutzmacht und die Berliner näher kommen sollten, geht zurück auf das Jahr 1963. In diesem Jahr wurde in Bonn der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet, von General de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer. Deren Geist suchte "Metropolis" jetzt zwischen Riesenrad und Geisterbahn. Und traf auf Asterix und Obelix, den Berliner Bürgermeister, den französischen Botschafter und den Mann, der jahrzehntelang die Seele des Festes war: William Capoen, der bei den Alliierten Beauftragter für deutsch-französische Beziehungen war.
(7): Johannes Moser - Aus Liebe zu seinem Cello
Johannes Moser ist ein Ausnahmecellist, der mit Auszeichnungen überhäuft wird - und das ist gut so, denn er braucht das Geld. Moser liebt sein Cello nämlich so heiß und innig, dass er "ihm" immer ein Flugticket kauft. So reisen das Cello aus dem Jahr 1694 und der Cellist aus dem Jahr 1979 einträchtig zu Konzerthäusern auf der ganzen Welt. Moser ist ein internationaler Star, ein Ausnahmecellist, dem die Musik in die Wiege gelegt wurde. Seine Eltern und sein Bruder sind Musiker, sein Großvater war ein bekannter Musikwissenschaftler und seine Tante ist die berühmte Sopranistin Edda Moser, deren Gesang sogar mit der Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat, um außerirdischem Leben eine Vorstellung von menschlicher Kultur zu geben. "Metropolis" hat Johannes Moser getroffen und sich die große Liebe zu seinem Instrument erklären lassen. Wie klingt ein Cello, das über 300 Jahre alt ist und was macht einen Cellisten zum Star seiner Generation? Eine Frage, die "Metropolis" auch seiner Tante Edda Moser gestellt hat. Sie besuchte zusammen mit "Metropolis" ihren Neffen auf einem Konzert und erzählt uns, warum kontrollierte Ekstase das Geheimnis des Erfolgs ihrer Musikerfamilie ist.
(8): Man for a day - Ein Tag auf der anderen Seite der Geschlechter
Eine Runde Männer sitzt im Kreis: unrasiert, breitbeinig, lässig. Sie sind Teil eines Workshops der Performancekünstlerin Diane Torr. Sie verwandelt mutige Frauen in: Männer. Die Frauen sollen jetzt lernen: Wie bewegt sich ein Mann, wie spricht ein Mann, wie schütteln Männer Hände? Was macht dieses Wissen mit den Frauen im Workshop? Und: Gelingt es den Frauen als "Mann" Dinge zu tun, die sie im normalen Leben niemals machen würden? Können sie das Verhalten von Männern jetzt besser verstehen? Was verändert dieses Wissen in ihrem Leben? Fragen, die der Kinofilm "Man for a day" beantwortet. Die Dokumentarfilmerin Katarina Peters begleitet die Frauen auf dieser Reise, an deren Ende eine seltsame Art der Freiheit wartet.



